Kraftorte und Kultstätten im Harz

Schon Goethe vor 250 Jahren und in der Folge dann Heine vor mehr als 150 Jahren ließen die Magie, die Hexen und das Reich der Mysterien im Harz bekannt werden. Genährt durch die halb in Nebelschwaden versteckten Berggipfel, insbesondere des Brockens, empfanden die Dichter die Macht des Unsichtbaren so stark, dass sie dies in ihren Werken veröffentlichten, z. B. im 'Faust' oder in der 'Harzreise'.

Die Nebelschwaden, die besonders im Herbst und Frühjahr über die Wiesen ziehen oder sich durch die Wälder schlängeln, lassen auch in wenig Wundergläubigen ein Gefühl von Einssein mit der Natur aufkommen. Gerade in Clausthal-Zellerfeld lässt ein Spaziergang um einen der 60 Seeen die rechte Stimmung für ein bißchen Magie aufkommen. In und um die zahlreichen Waldgebiete sammeln moderne Hexen Kräuter, Früchte und Pilze für heilkräftige Tränke oder einfach nur für schmackhafte Gerichte. Alleine schon die fast menschenleere Natur, die urtümlich verwachsenen Baumstämme, die verstreut liegenden riesigen Felsbrocken und die wechselhaften Wetterbedingungen mit grandiosen Wolkenformationen liefern den passenden Rahmen für naturmagische Rituale. Doch es gibt auch weitere magische Plätze im Harz.

   

Der Brocken/Blocksberg

Der höchste Punkt des Brockens liegt auf 1.141,1 m ü. NN. Mehrere Nebenkuppen liegen etwas darunter, unter anderem die Heinrichshöhe (1.040 m ü. NN) und der Königsberg (1.034 m ü. NN) sowie der Kleine Brocken (1.018 m ü. NN).
Der Brocken ist ein Ort extremer Wetterbedingungen. Aufgrund der exponierten Lage im Norden Deutschlands liegt sein Gipfel oberhalb der natürlichen Baumgrenze. Das Klima auf dem Brocken entspricht aufgrund des kurzen Sommers und sehr langen Winters, der vielen Monate mit geschlossener Schneedecke, der schweren Stürme und niedrigen Temperaturen selbst im Sommer einer alpinen Lage in 1.600–2.200 m Höhe beziehungsweise dem Klima Islands. Aufgrund des markanten Höhenunterschieds gegenüber den Vorländern weist der Brocken, als niederschlagsreichster Punkt im nördlichen Mitteleuropa Niederschläge im Jahresdurchschnitt von über 1600 Millimetern auf.

  • Nebel an 306 Tagen im Jahr

  • An 100 Tagen im Jahr von Eis bedeckt

  • An 176 Tagen mit Schneedecke

  • An 85 Tagen im Jahr herrschen Temperaturen unter 0 °C

  • Im Winter treten Tiefsttemperaturen von bis zu −28 °C auf

  • Das Jahrestemperaturmittel beträgt 2,9 °C

  • 1.610 Millimeter Niederschlag pro Jahr

  • Die höchste gemessene Windgeschwindigkeit betrug 263 km/h

Eine der ersten Erwähnungen, die der heutigen Bezeichnung ähnelt, findet sich jedoch bereits im Jahr 1176 in der „Sächsischen Weltchronik“ als „broke“. Eine andere frühe schriftliche Erwähnung des Berges erscheint im Jahr 1490 in einem Brief von Graf Heinrich zu Stolberg als „Brackenberg“. Weitere frühere eigentliche und urkundliche Bezeichnungen des Brockens sind 1401 Brockenberg, 1424 Brocberg, 1495 mons ruptus (lat.), 1511 Brogken, Brockin, 1531 Brogken, 1540 Brokenberg, 1589 Brackenberg. Auf dem Brocken soll sich in alt-sächsisch-germanischer Zeit ein großes Wodansbild befunden haben. Auf den Steinblöcken des Brockengipfels wurden von den Sachsen Tier- und Menschenopfer dem höchsten Gott Wodan dargebracht, dem sie während der Christianisierung durch Karl den Großen in Form von Taufgelübden abschwören mussten.

Der Brocken wird im Volksmund auch Blocksberg genannt und ist von vielen Sagen umwoben.

Seit der Zeit der Hexenverfolgungen wurden Angeklagten in den Hexenprozessen die Teilnahme an geheimen Hexenversammlungen beziehungsweise dem Hexensabbat, beispielsweise in der Walpurgisnacht, vorgeworfen. Der Brocken wurde 1540 erstmals als ein solcher Treffpunkt und als einer der Hexentanzplätze bezeichnet. Da sich die Bezeichnung „Hexe“ erst im 16. Jahrhundert verbreitete [9], finden sich auch ältere, dem heutigen Verständnis von Hexen sehr ähnliche Beschreibungen über unterschiedliche Gestalten, die zum „Blocksberg fahren und dort ihre Versammlung haben“. So bringt man den Brocken bereits in einem Gedicht um das Jahr 1300 als Sammelplatz von „Geisterwesen“ in Verbindung [9].

Zu den vielen Sagen trug vielleicht bei, dass an der Spitze an über 300 Tagen im Jahr Nebel auftritt. Dadurch sind seltene optische Effekte wie Halos und vor allem das sogenannte Brockengespenst zu beobachten, welches den Wanderern Schrecken einjagt. Beschrieben wurde dieses Phänomen unter anderem von Goethe, der dreimal den Brocken bestieg. Seine erste Besteigung des Berges fand im Winter 1777 statt und gilt als die erste Winterbesteigung des Brockens überhaupt.




Die Scharzfelder Steinkirche: Es gibt viel Magisches und Mystisches im Harz. Ein besonderer Ort der Kraft ist ca. 30 Minuten von Clausthal-Zellerfeld entfernt, in Scharzfeld (bei Herzberg). Dort findet sich eine Steinkirche, die ähnlich wie der angebliche Eingang zu Anderswelt in Glastonbury/Avalon in England durch einen Serpentinenweg erreicht werden kann. Die Höhle wurde in jeder Zeit immer wieder für kultische Handlungen eingesetzt, ab dem 8. Jahrhundert auch für christlich orientierte Rituale. Noch heute können Besucher anhand der zahlreichen Überreste von Kerzen erkennen, dass der Platz nichts von seiner Anziehungskraft verloren hat.

Um die Steinkirche ranken sich eine Reihe von Sagen und Legenden. So soll der Missionar Bonifatius im 8. Jahrhundert die Höhle mit einem hölzernen Hammer aus dem Fels gehauen haben. In der nahegelegenen Oder habe er Heiden getauft.

 

Eine weitere Legende bringt das Fabeltier des Einhorns ins Spiel, nach dem die bei Scharzfeld gelegene Einhornhöhle benannt ist. In der höhlenartigen Steinkirche habe in heidnischer Zeit eine alte und weise Frau gelebt, die wahrscheinlich als Wahrsagerin Ratsuchenden geholfen habe. Eines Tage habe sie ein Mönch in schwarzer Kutte in Begleitung von fränkischen Kriegern vertrieben. Ein Einhorn soll sie vor ihren Verfolgern geschützt haben. Die Frau schloss sich der Hexengemeinde (siehe Hexentanzplatz, Brocken) an. Danach sei der schwarze Mönch in einem Erdloch verschwunden, was zur Entdeckung der Einhornhöhle geführt habe.

Die Steinkirche befindet sich im Talhang über dem kleinen Erholungsort Scharzfeld und besteht aus einem fast rechteckigen Höhlenraum und einem großen Vorplatz. Grabungsfunde belegen nach Meinung der Archäologen, daß die Höhle schon vor etwa 15.000 Jahren von Rentierjägern genutzt wurde. Später verwendeten die Germanen die Höhle vermutlich als "Kultstätte". Seit dem frühen Mittelalter fanden in der Steinkirche auch Gottesdienste statt. Einer Überlieferung nach existiert sie bereits seit dem Jahre 732 und wäre damit die älteste Kirche im Harz.

Seit 15000 Jahren wird die Steinkirche nachweislich von Menschen aufgesucht. Einmalig in Niedersachsen. Zunächst waren es Rentierjäger, später soll dort in heidnischer Zeit eine weise alte Frau gewohnt haben, die vielen Ratsuchenden den rechten Weg wies und hochgeachtet war. Der Sage nach (siehe oben) war es der Heilige Bonifatius höchstpersönlich, der die Höhle bearbeitete und zu christlichsakralen Zwecken nutzte. Kanzel und Altar sind heute noch deutlich zu erkennen. Auf dem Vorplatz vor der Höhle fanden in mittelalterlicher Zeit bis ins 16. Jahrhundert etwa 100 Bestattungen im Erdboden statt. Der Zeitraum ließ sich anhand von Münzfunden bestimmen. Die Toten wurden überwiegend in Holzsärgen bestattet. Im Unterschied zu den Holzsärgen wurde eine Grabstelle (ein reines Steingrab) in den steinernen Untergrund geschlagen. Es lag unmittelbar vor der Kanzel der Steinkirche und enthielt das Skelett einer Frau. War es die Weise der Sage? Sensible Menschen haben des nachts in der Steinkirche Seelenfeuer gesehen. Die Höhle wurde 1586 zum letzten Mal urkundlich erwähnt und geriet danach in Vergessenheit. 

           

Hexentreppe Wurmberg/Braunlage (Quelle mit freundlicher Genehmigung: http://www.terraner.de/Braunlage.htm )

Fast vollkommen unbeachtet von den meisten Besuchern befinden sich auf dem Wurmberg (971 m ü. NN) im Harz, oberhalb von Braunlage, die Reste einer mystischen Kultplatzanlage. Man erreicht die Anlage heute recht bequem, indem man nur ein paar Schritte von der erst vor wenigen Jahren erneuerten Seilbahn entfernt, bereits auf die heute nur noch fragmentarisch vorhandenen Ruinen trifft. Der Sage nach rasteten die Hexen auf dem Gipfel des Wurmberges ehe sie den Weiterflug zum nahen Brocken wagten. Aber es ist durchaus auch möglich, dass die Vollmond- und Walpurgisnachtfeiern hier auf dem Wurmberggipfel stattgefunden haben und der nicht mehr sehr weit entfernte Brocken dabei nur eine Nebenrolle hatte. Einen nachgewiesenen, vorchristlichen Kultplatz kann jedenfalls nur der Wurmberg vorweisen.

Der Alte vom Berge scheint die Aussicht nicht zu genießen... Fotos: Arndt Hexenküche

Der Alte vom Berge und die Hexenküche/Bad Harzburg (Kästeklippen)

Die Kästeklippen, oft auch kurz Käste genannt, sind eine oberhalb des Okertales gelegene Felsengruppe (602 m über NN) im Oberharz. In der Nähe der Käste befinden sich die Hexenküche, Mausefalle und die Feigenbaumklippe. Direkt an der Aussichtsplattform befindet sich ein vorstehender Felsen, der dem Gesicht eines alten Mannes ähnelt und deswegen Alter Mann genannt wird. Die Felsen bestehen aus den für den Harz typischen Granit-Wollsäcken.

  Blick vom Treppenstein ins Okertal

Das Okertal Oker/Goslar

Die Oker entspringt in 900 m Höhe am Bruchberg (51° 47′ N, 10° 29′ O) im Harz als Große Oker und wird unterhalb von Altenau in der Okertalsperre gestaut. Unterhalb der Staumauer bis etwa zum Goslarer Stadtteil Oker wird die Oker zu bestimmten Anlässen für Kanusport genutzt. In diesem Abschnitt, der oft als Okertal bezeichnet wird, liegt der Romkerhaller Wasserfall. Dort fällt der Bach Romke aus 64 Metern Höhe über einen 1863 angelegten Wasserfall in die Oker. Flussabwärts findet man im schnell fließenden Wasser die Verlobungsinsel. Links und rechts der Oker gibt es in diesem Bereich zahlreiche Klippen, die bei Kletterern beliebt sind.

Der Flussname wird 781 als Ovacra überliefert, um 1014 lautet er Ovecare. Der Ursprung könnte aus dem alt-slawischen kommen, wo kra für Klumpen steht (poln.: „Eisscholle“), was zu Vkra für Eisfluss wurde oder (urspr. Ovakra: schnellfließendes Wasser).

Die Oker war bereits seit Beginn des 9. Jahrhunderts die Diözesangrenze zwischen den Bistümern Halberstadt und Hildesheim. Zwischen Ohrum und Börßum bildete sie außerdem die Ostgrenze des Fürstbistums Hildesheim gegenüber dem Herzogtum Braunschweig-Wolfenbüttel und weiter nach Süden bis Wiedelah gegenüber dem Fürstbistum Halberstadt, nach dessen Säkularisierung dem Kurfürstentum Brandenburg. Nach 1814 war die Oker die Ostgrenze des Königreichs Hannover gegenüber dem Herzogtum Braunschweig und dem Königreich Preußen.

  

Eckerstausee Oberharz

In der Zeit der deutschen Teilung verlief die innerdeutsche Grenze direkt durch die Eckertalsperre. Heute erinnert nur noch ein einsamer Grenzpfahl daran, daß dieser wunderschöne Ort einst direkt am Todesstreifen lag.

Der Eckerstausee ist im Gegensatz zu den anderen Harzer Stauseen nicht mit dem Auto, sondern nur zu Fuß erreichbar. Daher ist es an diesem See auch sehr ruhig. Du erwanderst die Eckertalsperre am besten von Torfhaus oder vom Radauwasserfall aus.

    

Bick ins Bodetal bei Thale/Harz und auf die Bode

Bodetal wird das Tal der Warmen und Kalten Bode im Harz genannt. Im engeren Sinne wird unter Bodetal nur der 10 km lange, schluchtartige Talabschnitt der Bode zwischen Treseburg und Thale bezeichnet. Die am Brocken, dem höchsten Berg des Harz, entspringende Bode hat sich dort in den morphologisch harten Ramberggranit eingeschnitten. Die Schlucht ist bei Treseburg etwa 140 m und am Übergang zum Harzvorland bei Thale etwa 280 m tief.

 

Die Einhornhöhle bei Herzberg am Harz

Einhornhöhle- schon der Name dieser Höhle hat einen mystischen Klang. Jahrhunderte lang stand hier ja auch das Ergraben des Einhorns im Vordergrund und machte diese Höhle weit über die Grenzen des Harzes bekannt und berühmt. Die zu Pulver zermahlenen Gebeine des "Unicornu fossile", des ergrabenen Einhorns, waren europaweit als Medizin begehrt. Die Einhornhöhle war Heimstatt von Neandertalern und Höhlenbären. Heute wissen wir natürlich, dass es sich bei den Knochenfunden um die fossilen Reste Tausender von Höhlenbären und von anderen ausgestorbenen Tieren handelt, die hier im Südharz vor und während der letzten Eiszeit beheimatet waren.

Die Einhornhöhle ist etwa 1 Million Jahre alt. Sie ist gefüllt mit den Knochen von etwa 40.000 Höhlenbären, die wohl hier meist im Winterschlaf verendet sind. Diese Bären lebten von ca. 150000 bis 40000 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Von Menschen wird diese Höhle nachweislich seit mindestens 6-7000 Jahren bis in die Jetztzeit aufgesucht. Zudem haben wissenschaftliche Grabungen unlängst ergeben, dass die Höhle vor 100.000 Jahren über lange Zeiten von Neandertalern aufgesucht wurde. In der Nähe des Eingangsbereiches hat man Spuren der Neanderthaler gefunden, die vielleicht auf ihren Wanderungen durch das Harzgebiet hier gelagert haben. Während der frühen Latènezeit (um 450 v. Chr.) wurde die blaue Grotte der Einhornhöhle als kultische Grab- oder Opferhöhle genutzt. Der Stil der Fibeln, die dort gefunden wurden, deutet auf keltisches Brauchtum hin.


 (Dennis Krüger)

Quelle: http://www.parzifal-ev.de/?id=227

Der Klusfelsen in Goslar und Sockelmauern des Augustiner-Chorherrenstifts

Der Klusfelsen – frühgeschichtliche Kultstätte aus der Megalith-Kulturepoche.

Die eigentliche Bedeutung des Klusfelsens ist bislang unklar. Ein Grund mag darin zu finden sein, dass etwaige kultische Überlieferungen weit in vorhistorische Zeiten zurückreichen und aus diesen Zeiten kaum unmittelbare Überlieferungen überdauert haben. Hier gibt es jedoch einige Anhaltspunkte, wie zum einen die Kultstätte selbst, sagenhafte Erzählungen sowie die Annahme, dass diese Anlage –wie auch unzählige andere Kultstätten– weit in die Zeit der Megalithkultur hineinreicht. Generell bestanden die meisten alten Kultstätten bereits lange, bevor die kriegerischen Germanen erst wenige Jahrtausende vor der Zeitenwende nach Mitteleuropa eindrangen. Sie trafen hier auf einfache Ackerbau treibende Bewohner, die aller Wahrscheinlichkeit nach die Nachfahren der Megalithkulturen darstellten und sich nun nach und nach mit den Germanen vermischt.


 

Menhire bei Bezingerode (Quelle mit freundlicher Genehmigung: http://www.terraner.de/Benzingerode.htm )

Menhir, auch Hinkelstein genannt, ist eine ursprünglich bretonische Bezeichnung für einen hochkant aufgerichteten „mehr oder minder großen“ Monolithen. Menhir bedeutet „Langer Stein“ (maen = Stein, hir = lang).

Die Menhire von Benzingerode (Landkreis Harz), der „Lange Stein“ von Seehausen (Landkreis Börde), die „Speckseite“ von Aschersleben und der „Hünenstein“ bei Nohra (Landkreis Nordhausen) fanden sich in der Nähe bronzezeitlicher Anlagen.
Bei einigen alten Grabhügeln fand man Menhire, so bei Nebra und Poserna (Burgenlandkreis) sowie bei Leuna (Saalekreis) und Halle-Dölau.

Der größte der drei Steine ragt 4 m hoch majestätisch in die Höhe. Bedenkt man die ursprüngliche Lage der Steine, so bildeten sie eine Linie mit dem Gipfel des von hieraus gut sichtbaren Brockens. Es könnte sich um Kalendersteine gehandelt haben.

Menhire sind freistehende, manchmal phallisch geformte Steine, die einzeln oder in Quadraten, Kreisen oder Reihen angeordnet wurden. Menhire können verziert sein. Einige sind mit Schlangen, Spiralen oder Gerätschaften verziert, die ihre zeitliche Einordnung erleichtern. Menhire stehen vielfach in Zusammenhang mit dem Totenkult.
Von Findlingen, die während der Eiszeit durch Gletscher transportierte erratische Felsbrocken sind, unterscheiden sich Menhire dadurch, dass sie bewusst vertikal aufgestellt und in der Erde fest verankert wurden. Manchmal wurden sie über respektable Distanzen transportiert. Menhire sind bevorzugt an Berghänge, auf natürliche Anhöhen, an Wegrändern, Wasserstellen und Bachläufe verbracht worden, immer in freier Flur und (zumindest heute) oftmals weithin sichtbar. 


 

Die Rabenklippe bei Bad Harzburg

Die Rabenklippe befindet sich im Harz, südöstlich von Bad Harzburg, oberhalb des Eckertales, wenige hundert Meter von der Grenze zwischen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt entfernt. Ein Teil der Klippe ist durch Treppenstufen begehbar gemacht worden. Von hier hat man bei klarer Sicht einen Blick bis zum Brocken.

 

Teufelsmauer bei Suderode/Harzrand

Die Teufelsmauer ist eine aus harten Sandsteinen der oberen Kreide bestehende Felsformation im nördlichen Harzvorland, die von Blankenburg (Harz) über Weddersleben und Rieder bis nach Ballenstedt verläuft. Die herausragenden Einzelfelsen der Teufelsmauer tragen Eigennamen. Die Teufelsmauer bei Weddersleben wird auch Adlersklippen genannt.

Archäologisch lassen sich Spuren der Altsteinzeit, der Linienbandkeramik und der Bronzezeit nachweisen. 

Die Sage von den drei Elfen

Einst hatte ein Kriegsmann als Dank für seine Dienste ein Stück Land hinter Thale, zur Teufelsmauer hin, erhalten. Das rodete er im Schweiße seines Angesichts. Fast hatte er sein Tagewerk vollbracht. Die Stämme lagen kreuz und quer, welk hingen die Zweige. Nur noch drei Bäume standen gegen den Abendhimmel und er war zu müde, noch Hand an sie zu legen. Wie er jedoch im Einschlummern begriffen war, schien es ihm, als vernähme er Jammern und Wehklagen und er sah kleine Frauengestalten, durchschimmernd wie Nebelwölkchen, in den Zweigen, die barmten, dass sie nun auch ihr Leben verlieren sollten wie ihre Schwestern. ‚Euch soll kein Leid geschehen‘, rief er und hielt sein Wort. Als jedoch viele Jahre später ein Nachfahre auch diese Bäume abhackte, dorrte der Boden aus, und der Wind trug ihn davon und mit ihm den Reichtum. So ergeht es all jenen, die die kleinen Geister nicht achten wollen und nichts weiter sehen als nur sich selbst und ihre Habgier.“ 


 

Burgruine Stapelburg bei Eckertal

Die Burg Stapelburg ist die Burgruine einer mittelalterlichen Straßenschutzburg am nördlichen Harzrand in Stapelburg im Landkreis Harz im Land Sachsen-Anhalt. Die Stapelburg wurde als Straßenschutzburg und Zollstätte vor dem Jahre 1306 durch die Grafen von Wernigerode an der Heerstraße, die ihr Stammschloss mit der bedeutenden Reichs- und Bergstadt Goslar verband, errichtet.

  

Rosstrappe bei Thale

Der Felsgipfel (403 Meter) oberhalb des rechten Bodeufers ist eine markante und berühmte Felspartie, um die sich seit Jahrhunderten zahlreiche Sagen ranken. Die bekannteste ist die Rosstrappensage. Sie erzählt, dass die Königstochter Brunhilde vom Böhmenkönig Bodo verfolgt wurde, der sie gegen ihren Willen heiraten wollte. In ihrer Todesangst wagte die Prinzessin den tollkühnen Sprung vom Hexentanzplatz über die Felsenschlucht des Bodetals. Der Huf ihres Rosses prägte sich beim Aufprall auf das gegenüberliegende Felsplateau tief in den Stein, Bodos Pferd versagte und stürzte mit dem Reiter in den Fluss. In einen schwarzen Hund verwandelt, bewacht er, im Bodekessel sitzend, noch heute die Krone der Königstochter, die diese beim Sprung verlor. An sonnigen Tagen soll sie auf dem Grund des Bodekessels schimmern.

 

Klosterruine Walkenried

Das Kloster wurde im 12. Jahrhundert durch den Zisterzienserorden am Rand des Südharz in Walkenried gegründet. Seine Blütezeit hatte das Kloster im 13. Jahrhundert als 80 Mönche und bis zu 180 Laienbrüder das Kloster bewohnten. Das Kloster besaß zudem zahlreiche Güter und Niederlassungen im Reich. Die Mönche betrieben Ackerbau, Vieh- und Fischzucht und legten bis zu 345 Teiche im Umland an und verwandelten die vormals sumpfigen Bruchniederungen in fruchtbare Auen.
Durch Verschwendungssucht und einen prunkvollen Lebenswandel kam das Kloster Ende des 14. Jahrhunderts in Verruf. Das Ende der Blütezeit war erreicht. Die ehemalige Klosterkirche wurde im Zuge der Bauernkriege im 16. Jahrhundert weitestgehend zerstört und diente in den folgenden Jahrhunderten als Steinbruch unter anderem für das Walkenrieder Jagdschloss.
Das Kloster wurde aber nach den Bauernkriegen noch weiter genutzt. Die Gottesdienste wurden im noch erhaltenen Kapitelsaal abgehalten. Das noch heute erhaltene und sanierte Klausurgebäude mit seinem Kreuzgang kann unter fachkundlicher Führung besichtigt werden.

 
Schloss Wenigerode

Das Schloß Wernigerode war ursprünglich eine mittelalterliche Burg, die den Weg der deutschen Kaiser des Mittelalters auf ihren Jagdausflügen in den Harz sichern sollte. Eine erste Burganlage wurde im ersten Viertel des 12. Jahrhunderts über der Stadt Wernigerode errichtet. Diese Anlage hat im Laufe ihrer Geschichte verschiedene durchgreifende Änderungen miterlebt. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts gab es einen starken Ausbau im Stil der Spätgotik, wovon noch zwei vorhandene Vorhangbogenfenster im Schloßinnenhof Zeugnis ablegen. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde die Burg zu einer Renaissancefestung umgebaut, heute noch im Renaissance-Treppenturm sichtbar. Im 30jährigen Krieg schwer verwüstet, begann Graf Ernst zu Stolberg-Wernigerode im späten 17. Jahrhundert mit dem barocken Umbau der Burgreste zu einem romantischen Residenzschloß in Form einer Rundburg. Der kometenhafte politische Aufstieg des Grafen Otto zu Stolberg-Wernigerode, der ihn ab 1867 zum ersten Oberpräsidenten der preußischen Provinz Hannover, später zum deutschen Botschafter in Wien und und schließlich zum Stellvertreter Bismarcks als Vizekanzler des Deutschen Reiches und stellvertretenden preußischen Ministerpräsidenten werden ließ, ist der Grund für den großen historischen Umbau, der ab 1862 bis 1885 vorgenommen wurde. 

 

Der Hübichenstein liegt direkt an der Bundesstraße 242 am Fuße des Iberges, zirka einen Kilometer Luftlinie nördlich vom Ortskern von Bad Grund. Ungefähr 800 Meter östlich befindet sich die Iberger Tropfsteinhöhle.

Der Hübichenstein ist touristisch sehr gut erschlossen. Auf die kleinere der beiden Felsnadeln führt ein steiler Wanderweg. Vom Gipfel aus hat man einen weiten Ausblick auf die Umgebung und kann auch den bronzenen Adler betrachten.
Zudem ist eine kleine Felsenbühne am Fuße des Hübichensteines am 30. April eines jeden Jahres der Schauplatz eines großen Walpurgisnachtfestes. Dieses zieht regelmäßig tausende von Besuchern an

Eine berühmte Harzer Sage berichtet, dass der Hübichenstein in vergangenen Zeiten das Zuhause von Zwergen, Gnomen und Elfen war. Der Zwergenkönig Hübich sei demnach der Herr über den Berg gewesen. Hübich wird als alter Mann von kleiner Statur mit rauhem Haar und einem Bart, der bis zum Bauch reichte, beschrieben. Die Sage will wissen, dass in diesem Bart auch die Zauberkraft des Zwerges steckte. Der freundliche und gutherzige Herrscher schenkte den Armen der Region oftmals goldene Tannenzapfen. Es war den Menschen jedoch untersagt, sein Reich zu betreten. Verstöße gegen dieses Verbot soll Hübich hart bestraft und die Sünder etwa festgebrannt haben. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Spitze des Berges von einigen Soldaten zerschossen. Daraufhin sah man Hübich nie wieder. Hübich gilt noch heute als inoffizieller Schutzpatron der Stadt Bad Grund.

      

Die Lichtensteinhöhle ist eine 115 Meter lange und enge Höhle im Höhenzug Lichtenstein westlich des Harzes bei Osterode (Deutschland), die 1972 entdeckt wurde. Höhlenforscher stießen 1980 auf einen bis dahin unbekannten Teil. Sie fanden darin die Reste von 40 Menschen (21 weiblich, 19 männlich) aus der Späten Bronzezeit. Daher ist die um das 1. Jahrtausend v. Chr. genutzte Höhle heute eine der bedeutendsten archäologischen Fundstätten Niedersachsens und gehört zu den herausragendsten bronzezeitlichen Fundplätzen Deutschlands.

Nach heutiger Kenntnis war die Lichtensteinhöhle vor rund 3000 Jahren die Grabstätte eines Familienclans, in der rituelle Zeremonien stattfanden. Gefäßreste mit Essensresten sprechen auch für eine kultisch-rituelle Nutzung. Darauf deuten auch die in den Höhlenräumen festgestellten Feuerstellen hin. Darüber hinaus waren die Räume mit Moos, Gras und Getreidestroh weich ausgepolstert. Die Höhle wurde in der Zeit zwischen 1000 bis 700 v. Chr. über einen Zeitraum von etwa 100 bis 200 Jahren genutzt. Bei der Entdeckung neigte man anfänglich dazu, die Höhle als reine Menschenopferstätte zu deuten.

Neuerdings wird vermutet, dass es sich bei der anfänglichen Nutzung der Höhle um eine Kult- und Menschenopferstätte gehandelt haben kann. Allerdings fehlen Tötungsspuren an den aufgefundenen Individuen. In der Endphase der Nutzung dürfte es sich um einen Sonderbestattungsplatz gehandelt haben, an dem Personen mit herausragender Bedeutung abgelegt wurden. Die aufgefundenen Personen, darunter auch die Kinder, hatten einen robusten Körperbau, was auf eine gute Ernährung aufgrund privilegierter Stellung schließen lässt. Als ihre Wohnstätte käme eine urnenfelderzeitliche Höhensiedlung in drei Kilometer Entfernung bei Osterode in Frage, die bei früheren Ausgrabungen gefunden wurde. Die hier siedelnden Menschen werden der Unstrut-Gruppe zugerechnet, die während der Bronzezeit im Thüringer Becken sesshaft war.

 

Die Rhumequelle bei Rhumspringe. Eine der mächtigsten Quellen Europas: 

Wegbeschreibung:
Die 243 von Osterode nach Nordhausen. In Herzberg nach Süden Richtung Duderstadt bis nach Rhumspringe. Den Hinweisen folgen.

Bis zu 5000 Liter Wasser in der Sekunde sprudeln aus ihr heraus und lassen das Wellenspiel ihrer Oberfläche nicht ruhen. Sinnbildlich gesprochen, könnte jeder Einwohner Deutschlands täglich über zwei Liter Wasser aus der Rhumequelle erhalten. Magisch ist ihre intensive blaugrüne Farbe. Dieses Naturphänomen der grünen Vorharzlandschaft findet in ganz Norddeutschland nicht seinesgleichen und hat die Menschheit auch früher fasziniert. Kultgegenstände wurden vor kurzem aus dieser Quelle geborgen, ein Wasserheiligtum der Vorzeit.

Schon seit Jahrtausenden sind Quellen für Menschen mystische Orte und Kultstätten. Sie symbolisieren Fruchtbarkeit und neues Leben. Man glaubte auch, daß Quellen Eingänge in die Unterwelt sind und somit ein Tor in jenseitige Welten. Dadurch waren sie Opfer- und Kultplätze, an denen Götter und Geister verehrt wurden, um ihre Gunst zu gewinnen.

Auch die Rhumequelle ist wie die Funde belegen ein alter Kultplatz. Sie ist bisher sogar die einzige Quelle im nördlichen Mitteleuropa, für die ein Quellopferkult bereits für die Bandkeramiker im Frühneolithikum nachgewiesen werden konnte.

Höhlenwohnungen Höhlenwohnungen Höhlenwohnungen

Höhlenwohnungen Höhlenwohnungen Höhlenwohnungen

Höhlenwohnungen bei Langenstein

Die Höhlenwohnungen sind am nördlichen Harzrand beim Ort Langenstein, 9 km von Blankenburg entfernt, gelegen.

Wann man die ersten Höhlen in die Sandsteinfelsen des Langen Steins zwischen Halberstadt und Blankenburg geschlagen hat ist unbekannt. Manch Heimatforscher meint in der germanischen Zeit, andere vermuten, dass diese mit dem Bau der Altenburg im 12. Jahrhundert entstanden seien. Jedoch eines weiß man, noch Anfang dieses Jahrhunderts waren die meisten Höhlenwohnungen bewohnt. 

       

Die Burgruine Langestein

Der Bischof Ulrich von Halberstadt ließ in der Mitte des 12. Jahrhunderts auf dem Sandsteinmassiv "Langer Stein" südlich von Halberstadt eine Burg erbauen. Dieses erstmals im Jahre 1151 in einer Urkunde erwähnte Festungsbauwerk erhielt von den verschiedenen Chronisten sehr unterschiedliche Bezeichnungen. So wurde die Burg u.a. "Schloß auf dem Langen Stein", "Langenstein", "Bischofstein", "Alte Burg", "Altenburg" und "Hoppelburg" genannt.

Die Festungsanlage bedeckte in ihrer Blütezeit das gesamte Plateau der Felszunge und maß somit in der Länge etwa 300 Meter und in der Breite bis zu 50 Meter. In zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen ist die Burg auf dem Langen Stein mehrfach zerstört und anschließend wieder aufgebaut worden. Kurz vor dem Ende des 30jährigen Krieges plünderten im Jahre 1644 die Schweden die Festung und verwandelten sie dabei in eine Ruine. Ab dem Jahre 1653 erfolgte der Abbruch der noch bestehenden Mauern der Burganlage. Ihre Steine fanden als Baumaterial für zahlreiche Gebäude der umliegenden Orte Verwendung.

Heute sind von der Burg auf dem Langen Stein nur noch Teile des Burggrabens sowie einige wenige Reste der Festungsmauern erhalten. Entlang des einstigen Zufahrtsweges zur Burg befinden sich mehrere ehemalige Höhlenwohnungen, welche besichtigt werden können. Vom Gipfel des Langen Steines haben Sie eine schöne Aussicht auf die umliegende, von zahlreichen Hügeln und kleinen Bergen geprägte Landschaft des nördlichen Harzvorlandes. In Ihrem Blickfeld liegen dabei u.a. der Ort Langenstein, die Thekenberge sowie weite Teile des Verlaufs des Goldbaches.

Elfenstein - Aussichtspunkt  

Der Elfenstein

südwestlich von Bad Harzburg, wurde nachweislich schon vor tausenden von Jahren als Kultstätte unserer Vorfahren genutzt.



Fortsetzung folgt...weitere interessante Kraftorte siehe auch unter http://www.terraner.de